Geschichte

Von Karlsruhe nach Grötzingen und zurück

Von den Karlsruher Malern der Jahrhundertwende sonderte sich eine kleine Gruppe räumlich ab und ließ sich in dem nahen, landschaftlich reizvoll gelegenen Dorf Grötzingen nieder. Friedrich Kallmorgen, Gustav Kampmann, Margarethe Hormuth-Kallmorgen, Otto und Jenny Fikentscher, Franz Hein und Karl Biese wurden unter der Bezeichnung "Grötzinger Malerkolonie" bekannt.

Dieser lose Zusammenschluss von Malern, der 1889 gleichzeitig mit der Worpsweder Kolonie entstand, geht zurück auf die seit den 1830er Jahren bestehende "Schule von Barbizon", deren Mitglieder in der Landschaft rund um Fontainebleau direkt nach der Natur malten. Das Festhalten tageszeitlicher und jahreszeitlicher Stimmungen in den Gemälden war auch den "Grötzingern" ein wesentliches Anliegen. Neben der Landschaft, der sich vor allem Gustav Kampmann widmete, stellte Friedrich Kallmorgen auch häufiger die Menschen bei der Arbeit dar. Als begeisterter Jäger malte Otto Fikentscher vorwiegend Tiere und Franz Hein hatte den Beinamen "Märchenmaler". Die beiden Künstlerinnen widmeten sich der Blumenmalerei, wobei sich Jenny Fikentscher von japanischen Farbholzschnitten inspirieren ließ.

Von 1905 an verließen einige der Maler Grötzingen wieder. Doch ihre Arbeit hatte Wirkung gezeigt und in den folgenden Jahren studierten immer wieder junge Männer aus dem Dorf an der Pfinz an der Karlsruher Akademie. Mit der Gruppe der "Grötzinger Maler" wird bis heute an die Tradition der Kolonie erinnert.

Kunstwerke der "Grötzinger Malerkolonie" sind in der Städtischen Galerie Karlsruhe zu sehen und werden immer wieder Teil von Sonderausstellungen sein.

Brigitte Baumstark

     



Abbildungen:
Jenny Fikentscher, "Blick zum Grötzinger Kirchturm", 1899
Friedrich Kallmorgen, "Die Kriegsstraße im Schnee", 1895
Gustav Kampmann, "Blaue Luft", 1907

 

 
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